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Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo.
(André Heller)

Offizielle Stellungnahme des Kern-Orga-Teams zur EJC 2011

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Überblick


Dies ist ein kurzer Überblick über unsere Stellungnahme zur EJC 2011 in München. Der ausführliche Bericht folgt auf diesen Überblick, die einzelnen Kapitel sind jeweils verlinkt. Eine gesamte Inhaltsangabe findet sich hier: Inhalt

Prolog und Dank

Zunächst möchten wir uns herzlich bedanken bei Dir und Euch allen, die dies EJC möglich gemacht und unterstützt haben.

1. Absicht dieser Stellungnahme

Nachdem wir uns alle im Team erst einmal von der EJC erholen sowie zeitlichen und emotionalen Abstand gewinnen mussten, haben wir begonnen, die EJC zu verarbeiten und hier in der Gesamtsicht unseres Organisationsteams aufzuarbeiten. Jeder hat eine andere Perspektive auf dieses Event, jeder ist ein Puzzleteil in diesem Bild. Wir versuchen den Blick auf das Gesamtbild zu werfen und informieren hiermit über die EJC 2011, beantworten die häufig gestellten Fragen und nehmen Stellung zu den Kritikpunkten der Convention. Um die Hintergründe besser zu verstehen, die aus unserer Sicht einen maßgeblichen Anteil ausmachen, gehen wir auch auf die Entstehung der EJC-Organisation ein.

2. Fakten und Zahlen

Mit rund 7500 Teilnehmern war dies die größe EJC aller Zeiten. Das Team aus 70 ehrenamtlichen Helfern arbeitete in EJC-Tradition nach dem Motto „Von Jongleuren für Jongleure“. Den Teilnehmern standen für einen Wochenbeitrag von 124 € (Erwachsene im Vorverkauf) die Olympiahalle mit ca. 13.000 qm, die Werner-von-Linde-Halle mit 5.300 qm, eine Schulturnhalle und vier Zelte (36m, 30m, 26m, 18m) sowie maximal bis zu 127.000 qm Camping- und Caravanfläche zur Verfügung. An neun Tagen fanden im Circus Krone Bau insgesamt drei Gala Shows (für insges. 6600 Zuschauer), eine Feuer Gala, neun Open Stages, sechs Jugend Open Stages sowie 15 weitere Shows, Renegades, an drei Tagen ein Straßenkunstfestival und mehrere Hundert Workshops statt.

Nachdem es noch bis zum Ende der EJC so aussah, als hätten wir mit einem Verlust oder allenfalls mit einer knappen Kostendeckung abgeschlossen, können wir jetzt, obwohl immer noch Rechnungen eintreffen und die Höhe der Steuern frühestens nächstes Jahr feststeht, abschätzen, dass wir insgesamt Gewinn gemacht haben, der zu 60% der EJA zufließt und im Übrigen der Jonglierszene in München zugute kommen wird.

3. Die positiven Punkte der EJC

Positive Rückmeldungen bekamen wir vor allem für folgende Punkte:
  • EJC Supermarkt: eine Norma-Filiale ohne jede Werbung von Jongleuren für Jongleure
  • Vielfältigkeit: Einrad-, Akrobatik-, Aerial-Bereich und viele andere Disziplinen
  • Ein dezentrales Infoscreen-System mit allen aktuellen Workshops
  • Neues Prereg-System, das nicht nur eine bequeme Voranmeldung und den Vorverkauf der Gala Show Tickets ermöglichte, sondern auch die schnelle Ausgabe der Badges (600 pro Stunde)
  • Beachvolleyclub-Felder extra für die EJC mit 200 Tonnen Sand aufgeschüttet
  • Programm für und Zusammenarbeit mit den gehörlosen und gehörgeschädigten Jongleuren im Team
  • Kinderbetreuung
  • Handy-Aufladeservice
  • Schönes Gelände
  • Bühnenbereich in der Olympiahalle mit 3500 Plätzen
  • Workshops, schöne und große Workshopflächen, Passing Zone
  • Gala Show im Circus Krone Bau
  • Fire Space, Fire Open Stage, Fire Gala, Chaizelt
  • Kinder- und Jugendzirkusbereich
  • Tolles Barteam, gute und vielfältige Caterer
Viele Punkte wurden kontrovers beurteilt: bei 7000 Menschen gibt es z.B. ebenso viele, die den Jahrmarkt der Olympiapark München GmbH mochten, wie Leute, die grundsätzlich keine Jahrmärkte mögen und diesen als sehr störend empfunden haben.

4. Biographie der EJC

Die EJC musste im Vorfeld komplett neu und ein weiteres Mal in wesentlichen Teilen umgeplant werden, da das ursprüngliche Veranstaltungsgelände, die Zentralen Hochschulsportanlage (ZHS), aus Gründen, auf die das Orga-Team keinen Einfluss hatte, nicht mehr zur Verfügung stand. Es war nicht leicht, einen geeigneten Ersatz zu finden. Statt eines Vertragspartners hatten wir am Schluss zehn, von denen uns einer erhebliche Schwierigkeiten gemacht hat. Um die Hintergründe der Problempunkte der EJC besser zu verstehen, ist es hilfreich die Entstehung der EJC-Organisation zu kennen.

5. Die Zusammenarbeit mit der Stadt München

Entgegen vielen Gerüchten während der EJC können wir auf eine positive Zusammenarbeit mit der Stadt München zurückblicken. Auch wenn es hier und da Schwierigkeiten gab, wurden wir in vielen Dingen unterstützt.

6. Probleme mit der Olympiapark München GmbH (OMG)

Ursache für die meisten großen Probleme der EJC war der Projektleiter der OMG. Er veranlasste die Hallenschließung, ließ den Slacklining Park räumen und sorgte für das Dusch-Dilemma in der Olympiahalle. Die großen Probleme, verursacht durch die OMG, führten auch zu Folgeproblemen. Alle Hintergründe zu unserem angespannten Verhältnis mit dem Projektleiter der OMG fassen wir in diesem Kapitel 6. zusammen.

7. Problempunkte der EJC

Die folgenden Punkte wurden kritisiert:
  • Die Hallenschließung am Montag
  • Das Gefühl, auf Schritt und Tritt mit Vorurteilen und immer neuen, z.T. als absurd empfundenen Verboten konfrontiert zu werden
  • Zu wenige Duschen
  • Schließung des Slacklining Parks
  • Zu wenig Partymusik in der Nacht
  • Die intensiven, als diskriminierend empfundenen Drogenkontrollen der Polizei
  • Kapazität des Showzeltes (Open Stage)
  • Großes Gelände mit weiten Wegen
  • Unzureichende Beschilderung
  • Der “Fun-Park”
  • Einzelne unfreundliche Security Mitarbeiter bzw. insgesamt zu viel Security
  • Zum Teil fehlende Badgekontrollen auf den Campingplätzen
Im Kapitel 7 nehmen wir zu all den Kritikpunkten Stellung und erklären die Hintergründe.

8. Resümee

Für die Zukunft stellen sich die Fragen, ob
  • eine Großstadt überhaupt ein geeigneter Ort für die EJC ist
  • das System „Von Jongleuren für Jongleure“, insbesondere der ehrenamtlichen Organisation angesichts seit Jahren schwindender Bereitschaft, Volunteer-Aufgaben zu übernehmen bei gleichzeitig steigenden Ansprüchen, aufrecht erhalten werden kann. Besonders deutlich wird das Dilemma z.B. bei der Kritik am Einsatz professioneller Security einerseits und fehlenden Badgekontrollen an den Zeltplätzen andererseits.
  • deutlich höhere Teilnehmergebühren erhoben werden müssen
Wir haben von der weit überwiegenden Mehrheit der Teilnehmer positives Feedback erhalten. Wir hatten als Team aufgrund des Verhaltens eines einzigen Vertragspartners einige Momente, die uns an die Grenze der physischen und psychischen Belastbarkeit gebracht haben. Vor allem dieser Vertragspartner, die Olympiapark München GmbH, hat bei den Teilnehmern den Eindruck erweckt, in München nicht willkommen gewesen zu sein und damit das Ziel der Veranstalter, München als schöne, weltoffene und herzliche Stadt zu zeigen, vollständig zunichte gemacht. In allen Berichten, ob in der Fachpresse, im Internet und auf Facebook, wird München unisono als größter Schwachpunkt der diesjährigen EJC angesprochen. Die noch freundlichste Formulierung lautet: „München und das Olympiazentrum haben bei den internationalen Gästen nicht den besten Eindruck hinterlassen.“ (Kaskade 4/2011 S. 13). Das finden wir sehr, sehr schade, zumal der schlechte Eindruck, den in letzter Konsequenz nur eine einzige Person maßgeblich zu verantworten hat, die Realität der großen Unterstützung und Begeisterung für die EJC, die wir bei der Stadt München und ihren Institutionen insgesamt erfahren haben, verzerrt. Manche Kritik von wenigen, dafür aber lauten Teilnehmern empfinden wir dennoch als überzogen und z.T. mit dem Konzept der EJC „Von Jongleuren für Jongleure“ nicht vereinbar, manches basiert schlicht auf unvollständigen oder fehlerhaften Informationen.

Epilog - Das war`s

Alle unsere Vorbereitungen spiegeln unser Bemühen wider, Dir und Euch eine unvergessliche EJC zu bereiten. In dieser Vorstellung arbeiteten wir für das große Ziel. Unsere Arbeit hat uns viel Freude bereitet, wir waren im Team und der Verteilung der Bereiche gut aufgestellt, die Zusammenarbeit innerhalb unseres großen Kernteams war gut, und die Resonanz in der Öffentlichkeit überwältigend. Dafür haben wir alles gegeben. Wir wünschen den nächsten EJCs, dass sich viel mehr Jongleure im Sinne von „Von Jongleuren für Jongleure“ einbringen und Verantwortung übernehmen. Jeder ist ein Puzzleteil dieser EJC und trägt dazu bei, dass alles gelingt. Du bist das Bild der EJC, wir sind das Bild, gemeinsam alle zusammen.


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